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Honig - ein regionales Superfood

DSC 0132Im Frühling fängt es an und endet erst im Herbst: Das Summen und Brummen der Bienen im Garten. Auch bei uns im Kloster- und Naturerlebnisgarten fliegen die geschäftigen Sammlerinnen umher und beschaffen Nektar, wo sie nur können. Haben sie ausreichend Blüten angeflogen und sind „voll“, dann wird sich auf den Weg in den Heimatstock gemacht, um dort die Wabenzellen zu füllen. Sind diese befüllt, werden sie verdeckelt, wodurch der Imker dann weiß, dass der Honig fertig zum Ernten ist. Man sagt dann „Der Honig wird geschleudert“. Mehr dazu erzählt unsere Imkerin in einem Video zu unserem Thema „Honig als regionales Superfood“.

 

„Die Arbeiterbiene fliegt für die Herstellung eines ganzen Kilogramms Honig, eine Distanz der vierfachen Erdumrundung!“

 

 

Apropos Honig: Bienenhonig hat wohl ein strengeres Reinheitsgebot als das gute bayerische Bier! Dem Bienenhonig dürfen keine Zusätze – wie zum Beispiel Medikamente – hinzugefügt werden, zumindest in Deutschland nicht. Andere Länder wiederum haben andere Bestimmungen. Der aus Deutschland stammende Honig ist ein wahres Naturprodukt und diesem wird nichts beigemengt.

Ist Euch beim Kauf von Honig auch schon einmal der Satz „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ ins Auge gesprungen? Es genügt bei diesen Mischungen ein geringer Anteil aus EU-Ländern, aus Kostengründen ist meist Honig aus Übersee mit beigemischt. Dort gelten nicht dieselben Vorschriften wie bei uns. Wenn man aber den Konsum von Honig der Deutschen ansieht und die Produktion von deutschen Imkerhonig, wird einem schnell klar, dass wir mit dem deutschen Honig den Bedarf nicht decken können. Der importierte Honig ist jedoch meist günstiger, deswegen greifen die Verbraucher gerne darauf zurück. Tja, hier sind wir wieder bei dem altbekannten Teufelskreis...

Der regionale Honig schmeckt immer unterschiedlich und sieht auch nie gleich aus. Das liegt allerdings an den Blüten, die von den Bienen angeflogen werden und dementsprechend auch daran, wann der Honig geschleudert wurde. So verkaufen wir in unserem Gartenladl im Kloster- und Naturerlebnisgarten unter anderem auch Sommerblütenhonig, der – wie der Name schon sagt im Sommer geschleudert wurde – aber auch Blütenhonig vom Frühjahr. Warum es verschiedene Honigsorten gibt, wird im Video genauer erklärt oder schaut doch mal zum Blogbeitrag, wo wir uns mit Oxymele (Sauerhonig) näher beschäftigt haben.

 

2021 05 12 Imkern for KidsKuBZ

 

Innerliche Anwendungen

Honig ist ein allseits beliebtes Lebensmittel. Man kann ihn zum Süßen in den Tee geben oder zum Frühstück auf ein Brot streichen. Andere wiederum nutzen Honig aufgelöst in warmer Milch, um besser einschlafen zu können.

Honig enthält über 180 verschiedene Inhaltsstoffe, darunter Zuckerarten, Aminosäuren, Enzyme, ätherische Öle und Vitamine. Honig wirkt wärmend, reizlindernd, auswurfsfördernd, antiseptisch, antioxidativ, antibakteriell, wundheilend, entzündungshemmend, beruhigend, konzentrations- und verdauungsfördernd. Das alles hört sich auf jeden Fall schon mal nach einem wahren Powerfood an.

Allerdings beachtet beim Süßen von Tees darauf, dass der Tee nicht zu heiß ist. Denn die positiven Wirkstoffe verliert der Honig bei zu starker Erhitzung - am besten nicht über 40 °C!

Im Honig sind reichlich Antioxidantien enthalten, es heißt diese können das Risiko von Schlaganfällen senken, verengte Blutgefässe verhindert und so Herzerkrankungen vorbeugen. Sie sollen auch vor oxidativem Stress schützen und sich positiv auf die Sehkraft auswirken. Berichten zufolge hilft der goldene Saft auch bei inneren Reizen, wie Halsschmerzen und Reizhusten, indem man einfach einen Teelöffel Honig langsam auf der Zunge zergehen lässt. Die erzielte Wirkung kann noch gesteigert werden, wenn dem Honig noch entsprechende Kräuter dazugegeben wird, zum Beispiel gehört dazu auch unser Mischhonig „Fenchel in Honig“.

Der Honig wird auch gerne auf die gleiche Ebene wie der raffinierte Zucker gesetzt. Dem ist jedoch nicht so. Der raffinierte Zucker wirkt entzündungsfördernd und ist für zahlreiche Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Der regionale Honig, bezogen vom Imker vor Ort, besitzt gesundheitsfördernde und heilsame Eigenschaften.

Dies verspricht auch oft die Empfehlung bei Heuschnupfen, dass man bereits des Öfteren von Imkern/-innen und Kräuterfrauen hört, dass ein Teelöffel am Tag von einem lokalen Honig den Heuschnupfen abschwächen lässt! Ist zwar wissenschaftlich nicht bewiesen, aber wenn man an Heuschnupfen leidet, schadet es bestimmt nicht, dies auszuprobieren. Es heißt, man kann damit gegen die Allergene aus der Region Stück für Stück immunisiert werden.

 

Äußerliche Anwendungen

Allerdings hilft Honig nicht nur von innen, sondern auch von außen. Fachleute halten die Inhibine für wohltuend. Inhibine ist eine Gruppe von entzündungshemmenden Wirkstoffen, zum Beispiel Enzyme, Harze und Flavonoide. Äußerlich bei Wunden angewendet, soll frischer Blütenhonig von einem guten Imker besser helfen als Antibiotika.

Honig kommt auch gerne in Rezepten aus der Naturkosmetik vor. Bei spröden, aufgerissenen Lippen hilft ein Honig-Lippenbalsam.

Auch bei Verbrennungen und Akne soll Honig Linderung verschaffen. Eine Haarkur mit Honig verleiht dem Haar neuen Glanz.

 

Rezepte

Honig kann man natürlich ganz leicht in die alltägliche Küche integrieren, beginnend mit einem Honigbrot zum Frühstück.

Im Kloster- und Naturerlebnisgarten mischen wir bereits seit einigen Jahren den cremig-gerührten Blütenhonig angelehnt an Rezepte nach der Hildegard von Bingen. Bei vielen Hildegard-Rezepten wird Honig zum Backen und Kochen eingesetzt. In der Hildegardmedizin wird Honig als feucht-warmes Nahrungsmittel eingestuft und Hildegard von Bingen schreibt über den Honig folgendes:

„Ein Mensch, der dick ist und viel Honig isst, bekommt davon eine Verschleimung oder sogar Auszehrung. Aber wenn ein dürrer und magerer Mensch gekochten Honig isst, tut ihm dies keinen Schaden. Gerade gekochter Honig schadet weder Fetten noch Mageren und weder Gesunden noch Kranken.“

Wir haben in unserem Sortiment drei verschiedene Mischhonige: Galgant in Honig, Maronen in Honig und Fenchel in Honig.

Das ursprüngliche Rezept für den Galgant in Honig nach Hildegard von Bingen ist eine 5 – 20%-ige Galganthonig-Mischung. Wir machen eine etwas mildere Variante, gut geeignet auch als Einstieg. Den Honig leicht erwärmen und das Galgantwurzelpulver dazugeben und darauf achten, dass es sich schön auflöst. Der Honig erhält eine bräunliche Farbe.  

Der Echte Galgant ist eng mit dem Ingwer verwandt und man verwendet auch hier die Wurzel davon, entweder frisch oder getrocknet. Als Pulver oder geschnitten bekommt man den Galgant auch oft in der Apotheke oder eben auch bei uns im Gartenladl. Wir haben den Galgant auch als Pflanze in unseren Hildegard-Beeten. Da sie nicht winterhart sind, kommen sie im Herbst immer ins Gartenschulhaus.

Die Galgantwurzel hat einen scharfen, etwas süßlichen Geschmack und kam im Mittelalter nach Europa. In dieser Zeit hat eben auch Hildegard von Bingen dieses Gewürz entdeckt.

Der Galgant gehört neben Bertram und Quendel als Grundgewürz in jede Küche. Das Pulver davon kann man in der pikanten Küche einsetzen. Es passt zur Kartoffelsuppe, zu Gemüseeintöpfen, Gulasch oder Rindfleischgerichten. Der Galgant fördert nämlich die Verdauungsdurchblutung.

Galgantwurzelpulver findet man auch in einigen Lebkuchenrezepten oder Gewürzkeksen. Überall, wo man Ingwer verwendet, kann man auch den Galgant einsetzen. Man liest oft, dass der Galgant ein Pfefferersatz ist.

Bekannt ist die Galgantwurzel v. a. als Herzmittel. Hildegard von Bingen schreibt dazu: „Wer im Herzen Schmerzen leidet und wem von Seiten des Herzens ein Schwächeanfall (Ohnmacht) droht, der esse sogleich eine hinreichende Menge Galgant, und es wird ihm besser gehen“ (PL 1134 A)

Weitere Einsatzgebiete sind u. a. Atemwegserkrankungen, Husten, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, allgemeine Entkräftigung, Fiebermittel, Kreuz- und Rückenschmerzen, Menstruationskrämpfe mit Kopfschmerzen.

Wichtig ist noch zu wissen, dass man den Galgant nicht in der Schwangerschaft zu sich nehmen sollte, da dieser durchblutungsfördernd wirkt.

Der Galgant in Honig kann zu Hause z. B. auf ein Brot geschmiert eingenommen werden. Gut schmeckt dieser Mischhonig auch auf Spareribs bzw. überall, wo man eine süß-scharfe Note haben möchte. Wir haben die Mischung auch schon in einen Milchreis gegeben.

Wenn man natürlich unterwegs ist, hat man meist kein Glas mit dem Galgant in Honig zur Hand, hier empfehlen wir die Galganttabletten, besser noch Fenchel-Galgant-Tabletten. Diese jedoch nicht herunterschlucken, sondern auf der Zunge zergehen lassen.

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Maronen in Honig

Für diesen Mischhonig nehmen wir wiederum einen cremig-gerührten Blütenhonig und Edelkastanienmehl. Den Honig wieder leicht erwärmen und das gesiebte Mehl vorsichtig unterrühren, damit das Mehl nicht staubt. Gut umrühren bis es eine geschmeidige Masse ist. Nach Hildegard von Bingen nimmt man eine 25% - ige Mischung aus Edelkastanienmehl und Honig.

„Die Edelkastanienfrucht ist nützlich gegen alle innere Krankheit im Menschen…“, schreibt Hildegard von Bingen, insbesondere heißt es bei Leberleiden und Abwehrschwäche.

 

Fenchel in Honig

Der letzte Mischhonig ist ein Klassiker unter den Hausmittelchen. Je nach persönlichem Geschmack kann man hier mit der Menge von Fenchel variieren. Wir geben nur eine kleine Menge (ca. 1 %) dazu, da wir gemerkt haben, dass diese Menge den Honig bereits sehr stark aromatisiert. Bevor man den Fenchel dem Honig hinzugibt, die Fenchelsamen immer erst gut anmörsern, damit die ätherischen Öle gut in den Honig übergehen können. Wer die kompletten Fenchelsamen nicht in seinem Honig haben möchte, müsste den Honig durchsieben. Wir lassen den Fenchel jedoch gerne direkt im Honig.

Der Fenchel in Honig hilft zur Schleimlösung bei Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit sehr gut.

 

Alle hier aufgeführten Mischung sind mind. ca. 1 Jahr haltbar, je nach Ablaufdaten der hinzugefügten Gewürze. Am besten kühl, trocken und dunkel lagern.

 

Ihr seht Honig kann sehr vielseitig eingesetzt werden und sollte in keinem Haushalt fehlen. Es kann auf jeden Fall als wahres Powerfood eingestuft werden. So seid ihr für die Winterzeit gut gerüstet!

Noch einmal ein Appell von uns, kauft bitte euren Honig vom regionalen Imker!

 

 

 

Wichtiger Hinweis: Die in dem Artikel enthaltenen Informationen wie Anwendungsvorschläge, Rezepte, Angaben wurden nach aktuellem Wissensstand sorgfältig recherchiert, erfolgen aber ohne Gewähr. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben aus dem Artikel einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden und Rezepte aus diesem Artikel angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Die Informationen ersetzen keinesfalls eine ärztliche Diagnose oder Therapie.

Quellen:

Nedoma Gabriela (2019): Das Grosse Buch vom Oxymel. Medizin aus Honig und Essig. Kampenwand Verlag. Vachendorf
Stiftung KuBZ Abtei Waldsassen in Zusammenarbeit mit Brunner, Sabine und Müller, Cornelia (2019): Faszination Kräuterwissen: Heilpflanzen, Anwendungen und Rezepte aus dem Klostergarten. Buch- und Kunstverlag Oberpfalz in der Battenberg Gietl Verlag GmbH. Regenstauf
Hirsch Siegrid, Grünberger Felix (2018): Die Kräuter in meinem Garten. Kopp Verlag. Rottenburg
Hertzka Gottfried Dr., Strehlow Wighard Dr. (2017): Große Hildegard-Apotheke. Kissleg-Immenried

https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/suesses/honig-gesund
https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/suesses/bienenhonig
https://www.t-online.de/leben/familie/id_69540064/bienenhonig-so-gesund-ist-das-naturprodukt.html
https://www.t-online.de/gesundheit/id_16294368/bakterien-honig-ist-besser-als-antibiotika.html
https://m.simplyscience.ch/teens-liesnach-archiv/articles/bienenhonig-das-fluessige-gold-und-seine-herstellung.html
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/lebensmittel/honig-ia
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/17328-rtkl-superfood-honig-das-fluessige-gold

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