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Die Aroniabeere - Ein regionales Superfood

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Die Aroniabeere

Aronia melanocarpa

 

Wir haben für Euch das nächste regionale Superfood höchstpersönlich besucht – wir waren auf der Arionafarm in Mitterteich. Diesmal zeigen wir Euch ein einheimisch produziertes Superfood. Familie Jacobey hat uns einen Nachmittag lang auf eine kleine Reise auf die Spuren der Aroniabeere mitgenommen und was wir alles erfahren haben, möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten.

Aber zunächst einmal zur Aroniabeere selbst ein paar Infos

Die Aronia ist ein frostharter (bis -30°C!), anspruchsloser und anpassungsfähiger Strauch, der bei uns gut wachsen kann. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika, wo sie traditionell von den Potawatomi-Indianern zum heilen von verschiedenen Erkrankungen und als Energiequelle verwendet wurde. Noch vor dem Ersten Weltkrieg gelangte sie dank eines russischen Botanikers nach Europa.

Die Aroniabeere ähnelt kleinen Äpfeln, deshalb wird sie bei uns auch Apfelbeere genannt. An diesem Punkt ist es jedoch gut zu klären, dass die Aronia keine Beere, sondern ein Kernobst ist.

Es gibt drei verschiedene Aronia-Arten: die schwarzfrüchtige Apfelbeere (Aronia melanocarpa), die filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und die pflaumblättrige Apfelbeere (Aronia prunifolia), letztere ist ein Hybrid der anderen beiden Arten.

 

Nun aber zu unseren Fragen an die Familie Jacobey...

Warum genau die Aronia?

Das war die erste Frage, die uns auf der Zunge brannte, als wir nach Mitterteich gefahren sind.

Peter Jacobey ist Landwirtschaftsmeister, jedoch hatte er keine eigene Anbaufläche. Auf der Suche nach einer geeigneten Pflanze, um den Wunsch zu verwirklichen, stießen er und seine Frau auf die Aroniabeere. Dieses Rosengewächs ist unkompliziert, was den Anbau betrifft, da es sich mit Maschinen ernten lässt und der Reifezustand nicht über einen langen Zeitraum verteilt erreicht wird. Die Beeren lassen sich gut lagern und zerquetschen nicht leicht. Ein weiterer Punkt ist, dass die Apfelbeere in der Oberpfalz noch kaum angebaut wurde und somit die Möglichkeit geboten war, dieses Superfood bekannter zu machen.

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Die Aronia für unsere Ernährung

Hedwig Jacobey ist Diplomökotrophologin und hat uns einiges über die gesundheitlichen Vorzüge und die Verarbeitung der Apfelbeere erzählt.

Die Anthocyane: ein gesunder, antioxidativer Farbstoff

Nahezu einzigartig bei der Aronia ist der hohe Gehalt an Anthocyanen (ein Flavonoid). Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Polyphenole. Die Anthocyane verleihen vielen Beeren eine rot-blauviolette Farbe und schützen sie vor Erkrankungen und oxidativen Schädigungen, wie zu viel Sonnenlicht.

Sekundäre Pflanzenstoffe sind z. B. Farb-, Duft-, Geschmacks- oder Giftstoffe. Sie sind für die Pflanze wichtig, um nützliche Insekten anzulocken und Schädlinge fernzuhalten. Auch für die Menschliche Gesundheit sind sie meist von Vorteil.

Viele Pflanzen enthalten Anthocyane, doch ist die Menge bei der Apfelbeere schon etwas Besonderes (fast 1500 mg/100 g). Nur der Holunder kann ähnlich viele Anthocyane aufweisen, während z. B. die Heidelbeeren und die Schwarzen Johannisbeeren nicht einmal ein Drittel von dem enthalten, was wir in der Aronia finden.

Schauen wir uns nun genauer an, was die Anthocyane und generell die Polyphenole uns eigentlich für unsere Gesundheit bringen.

Polyphenole, zu denen neben den Anthocyanen z. B. auch die in der Aronia enthaltenen Oligomere Proanthocyanidine (OPC) gehören, wirken als Antioxidantien. Das heißt, dass sie freie Radikale in unserem Körper „neutralisieren“ und inaktivieren. Durch ein Übermaß an freien Radikalen wird das Immunsystem geschwächt und Alterungsprozesse begünstigt. Viele Erkrankungen werden mit den freien Radikalen in Verbindung gebracht, z. B. Alzheimer, Krebs, Rheumatische Erkrankungen, Parkinson, Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen, Atherosklerose, Augenerkrankungen, Durchblutungsstörungen, entzündliche Darmerkrankungen und Multiple Sklerose.

Freie Radikale sind unstabile Teilchen, die, um wieder chemische Verbindungen herzustellen und stabiler zu werden, unsere Zellen "angreifen" (oxidieren) und ihnen Bindungsbausteine entreissen.

Dank Antioxidantien wird das Risiko der Zellenzerstörung durch die freien Radikale reduziert. Die Polyphenole sind auch in der Lage, die Wirkung von anderen Antioxidantien, wie z. B. Vitamin C und E zu verstärken. Generell kann man also sagen, dass die Aronia dank ihrer Inhaltsstoffe die Zellen und das Gewebe vor freien Radikalen schützen kann. Lang ist daher die Liste der positiven Einflüsse, die die Aronia auf unsere Gesundheit haben soll: sie stärkt das Herz-Kreislauf-System, die Leber und das Immunsystem, schützt vor Krebserkrankungen, beugt Diabetes und Entzündungen vor, unterstützt die Entgiftung, wirkt sich positiv auf die Magenschleimhäute und die Haut aus.

Weitere Inhaltsstoffe

Aroniabeeren enthalten auch verschiedene Vitamine: Vitamin C, die Vitamine aus der B-Gruppe außer B12, Provitamin A und Vitamin E. Die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente sind Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink, Eisen und Kupfer. Generell eignet sie sich gut bei Erkrankungen, die durch einen Mangel an essentiellen Nährstoffen verursacht wurden.

Die Aronia in der Küche

Bekannt ist bei uns hauptsächlich der Aronia-Saft. Doch eigentlich sind in dem Saft die wenigsten gesunden Inhaltsstoffe vorhanden, da diese sich mehrheitlich in der Schale befinden (wie bei vielen anderen Obst- und Gemüsesorten auch). Das Ehepaar Jacobey verwertet jeden Teil der Beere: Das, was beim Entsaften übrig bleibt, pressen sie aus und stellen aus dem so gewonnen Fruchtfleisch Marmelade her, oft in Mischung mit andern Obstsorten. Die auch in diesem zweiten Schritt "aussortierten" Schalen können in Teemischungen verwendet werden. Außerdem pulverisiert das Ehepaar Jacobey sie. Dieser Feenstaub, wie er auch von der Familie Jacobey genannt wird, kann über das Müsli gestreut werden oder vielen Speisen eine interessante Farbe verleihen. Jedoch haben die getrockneten Schalen, die zwar sehr gesund sind, nicht mehr viel Geschmack, da die meiste Säure im Saft landet. Die getrockneten Früchte als Ganzes schmecken darum viel intensiver als die Schalen alleine und können ebenfalls zu Müslis usw. hinzugefügt werden.

Hier findet Ihrviele bewährte Rezepte von Hedwig Jacobey! Rein schauen lohnt sich auf jeden Fall, denn wir durften einige fertige Produkte an Ort und Stelle probieren. (Link zur pdf-Datei mit Rezeptauswahl)

Wem der herb-säuerliche Geschmack der Aronia und die adstringierende Wirkung, die diese durch den hohen Gerbsäuregehalt verursacht, nichts ausmacht, kann die Apfelbeere auch frisch vom Strauch  essen. Tiefgefrohren oder getrocknet ist sie zu jeder Jahreszeit verfügbar.

Was noch interessant ist: Der Saft der Aronia wird dank seiner intensiven Farbe zum natürlichen Färben von Joghurts, Backwaren, Getränken, usw. verwendet.

Die empfohlene Tagesdosis

Normalerweise heißt es: 100 ml Saft pro Tag oder 15 getrocknete Beeren. An diesem Mengenunterschied kann man schon erkennen, dass die Inhaltsstoffe im Saft weniger konzentriert sind. Was den Saft betrifft, ist es ratsam, ihn nicht auf leeren Magen zu trinken, da er, wie gesagt viel Säure enthält und deshalb von einigen Menschen nicht so gut verträglich ist. Darum empfiehlt es sich auch, die Menge nicht auf einmal zu sich zu nehmen.

„Essen Sie jeden Tag Aronia?“, haben wir Hedwig Jacobey gefragt. „Nein“, antwortete Sie mit einem Lächeln, „die Aronia ist wie viele Gemüse- und Obstsorten sehr gesund, deshalb ist es nicht nötig, sich so sehr auf eine Pflanze zu beschränken. Aber die Aronia ist besonders lecker!“

„Was ist eigentlich mit der Blausäure, die in den Kernen der Aronia enthalten ist?“, wollten wir natürlich auch noch wissen. „Diese Menge ist unbedenklich“, hat Hedwig Jacobey uns beruhigt.

 

Wann ist die Apfelbeere reif?

Wir sind letztes Jahr an unseren Arionabeeren gestanden und haben uns immer wieder dieselbe Frage gestellt – wann ist die Aronia reif? Die Frage aller Fragen ….

Im August und vor allem September kann die Apfelbeere geerntet werden. Vom Ehepaar Jacobey haben wir gelernt, dass die Aronia aber noch nicht unbedingt reif ist, wenn sie schwarz ist. Ernten sollte man sie erst, wenn sie innen die gleiche Farbe hat wie außen.

Reife Aronia

Quelle: Familie Jacobey

Auf dem Bild kann man auch sehen, dass der Stiel rot wird, wenn die Frucht reif ist. Normalerweise ist es auch so, dass eigentlich keine grünen Beeren mehr am Strauch hängen, wenn der Reifezustand erreicht ist. So haben wir erfahren, dass auch wenn jetzt die ersten Apfelbeeren von außen schon sehr dunkel sind, man mit der Ernte noch gut bis Mitte/Ende August warten kann.

Wenn Ihr Aronia im Garten habt und Euch das vermeintliche Superfood nicht geschmeckt hat, könnte es sein, dass Ihr sie zu früh geerntet habt! So ginge es uns vor zwei Jahren… Der Saft war nja, köstlich kann man nicht wirklich sagen.

Und wenn Ihr die Frucht trotzdem zu herb findet, gibt es viele Möglichkeiten, sie mit anderen Obstsorten zu mischen (Siehe oben beim Link zu den Rezepten)

 

Die Aronia im Landkreis Tirschenreuth

herbstWirklich angebaut wird die Aronia in unserem Landkreis nur vom Ehepaar Jacobey, jedoch wächst die Pflanze auch im Kreislehrgarten in Mitterteich und an vielen öffentlichen Plätzen und auch wir haben in den letzten Jahren unseren Bestand im Kloster- und Naturerlebnisgarten aufgestockt. Sie ist das ganze Jahr über eine Augenweide. Im Mai trägt sie schöne weiße Blüten und im Herbst bekommt sie eine tolle Färbung. Die Beeren sind für Vögel und Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.

Letzteres könnte natürlich zum Ärgernis werden, wenn man die Beeren selbst essen möchte. Oft sind sie nämlich dann schon alle von den Vögeln vertilgt, bevor sie wirklich reif sind. Das Ehepaar Jacobey hat deshalb auf der Plantage Sitzwarten für Greifvögel aufgestellt: Diese Tiere sind nicht an den Aroniabeeren interessiert, halten aber die anderen Vögel fern.

Wollen Sie Bio-Apfelbeeren mal direkt vom Strauch probieren und ihre positiven Eigenschaften für sich nutzen? Dann kommen Sie am 21. oder 22. August zum selbst pflücken zur Aronia-Plantage der Familie Jacobey! (Weitere Infos gibt hier!) Kaufen können Sie die Produkte der Familie Jacobey beim Bio-Bauern in Mitterteich.

 

 

Und hier noch ein paar Eindrücke von der Aronia-Plantage:

https://www.ardmediathek.de/ard/video/abendschau---der-sueden/aronia-aus-der-oberpfalz/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzRmZTFlYWI3LWI2OGUtNGRkZC05OTBmLTM0MmQ3YzdiZmY0MQ/

https://www.otv.de/mediathek/video/mitterteich-ernte-der-superfrucht-aronia/

 

 

Wichtiger Hinweis: Die in dem Artikel enthaltenen Informationen wie Anwendungsvorschläge, Rezepte, Angaben wurden nach aktuellen Wissensstand sorgfältig recherchiert, erfolgen aber ohne Gewähr. Es bleibt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, die Angaben aus dem Artikel einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Werden Methoden und Rezepte aus diesem Artikel angewendet, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung und Haftung. Die Informationen ersetzen keinesfalls eine ärztliche Diagnose oder Therapie.

Quellen:

Peter und Hedwig Jacobey
Pirc Helmut (2015): Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten. Leopold Stocker Verlag. Graz
Bühring Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Ulmer Verlag. Stuttgart
Hirsch Siegrid, Grünberger Felix (2018): Die Kräuter in meinem Garten. Kopp Verlag. Rottenburg
Funfack Birgit, Neumayer Petra (2012): Aronia. Powerbiostoffe aus der Apfelbeere. Gesundheit und Vitalität durch kraftvolle Antioxidanzien. KOHA-Verlag GmbH. Burgrain
Prof. Dr. Döll Michaela (2016): Aronia. Kleine Beere - Große Wirkung. Edition buntehunde GdbR. Regensburg
https://www.aroniabeere.de/gesundheit/inhaltsstoffe/
https://www.regionales-bayern.de/anbieter/stiftland-aronia-jacobey-14404/
http://www.lwg.bayern.de/gartenbau/baumschule/086296/index.php

 

 

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